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Kurze Entwicklungsgeschichte vom Computereinsatz in der Schule, am Beispiel von Roeser (2008)

Pino Fiermonte



Die Gemeinde Roeser liegt im Süden von Luxemburg, gleich unter der Hauptstadt Luxemburg.
Es ist eine ländliche Gemeinde bestehend aus sieben Ortschaften.
Die Schule vereint heute Früherziehung (enseignement précoce), Kindergarten (enseignement préscolaire) und Grundschule (enseignement primaire).
Die Zentralschule liegt in Crauthem. Zwei kleinere Schulgebäude liegen in der Ortschaft Berchem.
Die Dorfschule in Liwingen wurde schon seit den 70er Jahren nicht mehr genutzt und die in Peppingen wurde 2005 aufgegeben.
Die heutige Schulwebsite befindet sich unter der Adresse www.roeserschool.lu.
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Die ersten Computer

Die ersten Computer hatte Ende der 80er Anfang 90er der Lehrer Christian Wolzfeld im Einsatz. Nachdem er bereits mit einer Freinet Druckerpresse im Unterricht gearbeitet hatte, schien der Wechsel zum Computer, aus seiner und aus heutiger Sicht, eine logische Konsequenz. Vergessen sollte man nicht, dass damals (sicher mehr als heute) viele LehrerInnen den pädagogischen Nutzwert von Computern anzweifelten. Ich schließe mich hierbei nicht aus. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie C. Wolzfeld mit einem DOS-Buch in der Hand ankam und wir darüber debattierten, was er denn gescheites mit seinen Computern in der Klasse anfangen wollte. Es klang damals für mich nicht sonderlich überzeugend. Privat hatte ich damals auch noch keinen Computer, weil ich nicht so recht wusste, worin für mich der Nutzwert dieses Gerätes bestehen könnte.
Zusammen in eine neue pädagogische Richtung

Im größeren Umfang haben wir dann 1992 in Roeser angefangen mit Computern im Unterricht zu arbeiten.

Zuerst haben etwa ein Duzend Lehrer sich in einer intern organiserten Schulung mit den Möglichkeiten des Computers vertraut gemacht. Zu diesem Zweck hatten wir alle Computer die wir angeschafft hatten in einem ungenutzten Klassenraum in der kleinen Dorfschule in Peppingen eingerichtet. Neben der reinen Handhabung ging es auch darum wie man dieses neue Medium sinvoll in den Unterricht integriert.

Zusammen mit C. Wolzfeld organisierte und leitete ich die Schulung. Wie es zu diesem Sinneswandel meinerseits kam, ist eine mehr als berechtigte Frage. Von Computern hatte ich wenig Ahnung im Gegensatz zu C. Wolzfeld, der sich bereits ein beachtliches Wissen hierüber angeeignet hatte.

Die ersten Rechner hatten einen 286er Prozessor, 1 Megabyte Ram, 10 Megabyte Festplatte und als Betriebsystem MS-DOS. Wir beschäftigten uns damit, wie man über Commandozeile Ordner anlegt, Dateien kopiert, löscht usw.

Schon während der Schulung haben wir uns auf Anregung vom Lehrer Albert Petesch mit der graphischen Benutzeroberfläche Geoworks angefreundet.
Damit haben wir eine Reihe von Jahren gearbeitet, weil Geoworks sehr bedienungsfreundlich war und DOS-Programmen, sowie auch dem noch jungen Windows Betriebssystem, überlegen war. Der Datenaustausch sowie die Installation von Programmen erledigte man über Disketten. Die Vernetzung von Computern erfolgte erst später.
Die graphische Benutzeroberfläche von Geos 2.0


image Geos 2.0 Ensemble (Geoworks) lief in Roeser auf Rechnern des Typs IBM Compatible 286 mit 1 MB RAM Arbeitsspeicher und 10 MB Festplatte.
Geoworks benötigte als Basis ein MS-DOS und wurde über 4 Disketten installiert. In Geos 2.0 gab as Tabellenkalkulation, Textverarbeitung mit Layout-Funktionen, ein Grafikprogramm, usw. Ein großer Fortschritt waren aber die einfachen Möglichkeiten zum Anlegen von Ordnern und das
Verschieben von Dateien.
Célestin Freinet und das Schreibatelier

Pädagogisch haben wir uns damals an der Freinet Pädagogik orientiert.
Mit der Freinet Methode assoziiert man hauptsächlich das Erstellen von sogenannten “freien Texten” und das Zusammenstellen von Schülerzeitungen oder Themenheften mit Hilfe der Druckerpresse.

Genau wie in den Printmedien hat aber auch in der Pädagogik die klassische Druckerpresse nicht überdauert und ist durch den Computer ersetzt worden.

Ein wegweisendes Projekt wie man Computer nach den Konzepten von Freinet einsetzt und welches in den 90er Jahren vielen Schulen als Referenz diente wurde in Luxemburg in der Gemeinde Canach realisiert.

Es war Gérard Gretsch, der mit seinen Ideen und seinen Weiterbildungskursen etwas Bewegung in den Sprachunterricht brachte, der sich zu dieser Zeit ausschließlich nach den Vorgaben und dem Rythmus der Unterrichtsfibel richtete.

In der Veröffentlichung “Computer im Schreibatelier” sowie im begleitenden Video hat er seine schulische Erfahrung anschaulich dokumentiert und auch in einen theoretischen Rahmen gesetzt.

Hauptakzente seiner Methode waren das Erstellen von freien Texten, die sich daran anschließende Schreibkoferenz und der Umgang mit Kinderliteratur und Bilderbüchern. Sie bildeten die Eckpfeiler eines Schreib- und Leseunterrichts in dem Kinder des 1. und 2. Schuljahres sich auf eine explorative Art und Weise die Grundkenntnisse der deutschen Rechtschreibung und der Grammatik aneigneten.

C. Wolzfeld hatte G. Gretsch in unsere Schule eingeladen um uns von seiner Arbeit zu berichten. Parallel hierzu schauten wir uns gelegentlich Filme über alternative pädagogische Modelle an, wie zum Beispiel über Montessori und Freinet.
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Technologische Vorgänger des Computers

Vor dem Computer gab es natürlich auch schon andere technologische Hilfsmittel welche im Unterricht eingesetzt wurden. Dia- und Filmprojektoren sowie Tonbandgeräte waren über Jahre in den meisten Schulen zu finden. Sie wurden sporadisch zwecks Veranschaulichung im Sachunterricht oder Sprachunterricht eingesetzt. Von den Schülern selbst wurden diese Geräte jedoch selten bedient, vom produktiven Einsatz ganz zu schweigen.

Sprachlabors waren etwas weniger verbreitet. Im Sprachlabor sitzt jedes Kind mit einem Kopfhörer in einer vom Nachbarschüler getrennten Kabine, vor sich ein Mikrophon. Der Lehrer sitzt an einem Kontrollpult und spielt den Schülern Sätze vom Band vor, welche sie dann wiederholen, um so den mündlichen Gebrauch einer Fremdsprache zu üben.

Die meisten Sprachlabors wurden in den 60er eingerichtet und ind den 70er Jahren wieder aufgegeben. Oft wurden sie in Computerräume umfunktionniert.

Interessant ist es sich die theoretische Grundlagen des Sprachlabors anzuschauen, denn diese wurden zum Großteil in das Konzept des Computerraumes hinübergerettet.

Das Sprachlabor hat seine Wurzeln im Behaviourismus und ist für das Arbeiten nach der audio-lingualen Methode zum Erlernen vun Zweitsprachen ausgerichtet. (B. F. Skinner)
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Computerraum oder Computer in der Klasse

Das verbreiteste Unterrichtsmodell ist ohne Zweifel der Frontalunterricht. Der Lehrer trägt vor der Klasse einen Lernstoff vor, erteilt Instruktionen oder gibt Anregungen, sogenannte “Impulse”. Schüler melden sich per Handzeichen zu Wort. Die Antworten die die Schüler geben, oder die Hypothesen die sie bilden, werden vom Lehrer wieder aufgegriffen oder bewertet. Nach Ablauf dieser Instruktions- oder Frage und Antwort-Phase gehen die Schüler dann zu einer “Stillbeschäftigung” über. Dabei arbeitet jedes Kind mehr oder weniger allein, schreibt, liest, malt oder geht sonst einer Beschäftigung nach bis die nächste Instruktionsphase vom Lehrer eingeläutet wird.

Es liegt auf der Hand, dass es am rationellsten scheint mit Computern ebenso zu arbeiten. In vielen Schulen sind deshalb Computer ausschließlich in speziell dafür eingerichteten Klassenzimmern - sogenannte Computerräume - zu finden. Gelegentlich, selten regelmäßig, begeben sich Klassen dorthin um an den Computern Texte zu tippen, im Internet zu surfen oder ausnahmsweise Mathematikaufgaben zu erledigen. Wie eingangs schon beschrieben geht das Konzept des Computerraumes auch auf das Sprachlabor und dessen theoretischen Ursprung zurück.

Es war von Anfang an klar, dass wir in Roeser den Computer nicht so einsetzen wollten. Ziel war ein differenzierter Sprachunterricht oder gar interdisziplinärer Unterricht, während dem der Computer neben anderen Medien eingesetzt werden sollte.

Das selbstständige Arbeiten des Kindes sollte im Zentrum der Bemühungen liegen. Deshalb wurden auch keine fertigen Programme oder CD-ROMs angeschafft. Damit kann man zwar Kinder beschäftigen, aber diese Beschäftigung kann man nicht mit authentischem Arbeiten gleichsetzen, bei dem Kinder in einem sinnvollen Zusammenhang produktiv mit Sprache umgehen oder Ideen entwickeln die sie multimedial umsetzen.

Es sollte auch verhindert werden, dass Computer nur für jene in Reichweite sind, die mit ihrer Arbeit fertig sind oder die schon von zu Hause aus alle Grundkenntnisse über den Umgang mit Computern mitbringen.

Wenn ich hier unterstreiche, dass "von Anfang an klar" war, dass wir den Computer so einsetzen wollten, so gilt das nur für eine wenige. Die interne Schulung hatte auch zum Ziel diese Philosophie in der Schule zu vermitteln und zu verankern. Hauptthema hierbei war die üblichen Methoden zum Erlenen von Sprachen, die auf behaviouristischen Konzeptionen beruhen, kritisch zu hinterfragen. Ziel war eine neue Richtung einzuschlagen, bei der Sprache "authentisch" zur Refexion und Kommunikation genutzt wird und dem sprachlichen Vorwissen sowie der Interessen der Kinder Rechnung getragen wird. Zusätzlich strebten wir auch eine gewisse Kohärenz in den Unterrichtsmethoden und Zielsetzungen an, um zu verhindern, dass die Bemühungen der verschiedenen LehrerInnen sich gegenseitig widersprachen oder aushebeln.
Das Aufkommen von Multimedia

Multimedia war 1995 in Deutschland das Wort des Jahres. Aber was bedeutet es? Eigentlich das Zusammenspiel von vielen Medien. Der Computer hatte Mitte der 90er Jahre die notwendige Performance erreicht um nicht nur eine graphische Benutzeroberfläsche mit Textverarbeitung und Tabellenkalkulation zu bieten, sondern auch Ton, animierte Bilder und die vielfältige Vernetzung zwischen Informationen. Neben der Nutzung von Multimedia in Form von CD-ROMs wurden auch gleich die produktiven Möglichkeiten von Multimedia für die Schule erkannt.

Wie schon angedeutet, vermieden wir es in Roeser CD-ROMs anzuschaffen und den Einsatz dieser zu fördern, was natürlich nicht verhinderte, dass Lehrer sich deren auf Eigeninitiative hin anschafften. Egal wie attraktiv multimedia CD-ROMs auch sein mögen, in den meisten Fällen beruhen sie auf der altbekannten Methode des "drill and practice", also auf einer behaviouristischen Vorstellung von Lernen, die nur in einem neuen Gewand daherkommt. Einige wenige Produkte dieser Art greifen auch auf das sogenannte erzieherische Unterhaltungsfernsehen zurück. Meist werden diese von Kindern genutzt, die früher mit ihren Aufgaben fertig sind oder bieten eine willkommene Alternative zu der Teilnahme an einem Frontalunterricht.

Eine intelligentere Gangart Multimedia im Sinne eines aktiven, produktiven und kommunikativen Sprachunterrichts einzusetzen schien uns das Projekt TEO zu sein.
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Das Projekt TEO

Ein Projekt das die neuen Möglichkeiten von Multimedia nutzte war das TEO (Text Editor Oral). Dieses Projekt stand wiederum unter der Leitung von Gérard Gretsch.
TEO war ein Programm das es erlaubte Tonaufnahmen am Computer zu machen. Jede Aufnahme wurde durch ein Icon repräsentiert welches durch Anklicken die Tonaufnahme wieder abspielte. Die Reihenfolge der Aufnahmen konnte durch Verschieben der Icons verändert werden. Auf diese Weise konnten so mündliche Geschichten konstruiert werden.

Beim TEO-Projekt hat auch Roeser damals matgemacht. Das war 1993/94. Beteiligt waren Christian Wolzfeld mit seiner 5. Klasse und ich mit einer 2. Klasse. Inhaltlich konzentrierte sich das Projekt auf die mündliche und narrative Sprachproduktion im Französischen. Mehr hierzu kann man in meinem Erfahrungsbericht nachlesen.

Einer der Nebeneffekte des Projektes war, dass die Roeser Schule neben PCs ihre ersten Apple Macintosh Computer kaufte. Es waren Geräte vom Typ Centris 660 AV. Im Vergleich zu damaligen PCs und auch natürlich zu heutigen Geräten waren diese Computer sehr teuer. Für damalige Verhältnisse waren allerdings die technischen Möglichkeiten herausragend. Diese Computer boten alles um Ton und Videoaufnahmen zu erstellen und zu bearbeiten und konnten auch sehr leicht vernetzt werden. Diese Vorzüge sollte bei weiteren Anschaffungen von Computern immer wichtiger werden.
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Das Projekt : Kino in der Schule

Ein weiteres Projekt, das über die Jahre zu einer richtigen Institution wurde war das Filmprojekt unter der Leitung von Lehrer Albert Petesch.
Filme nicht nur zu konsumieren und als Unterhaltung zu erleben, sondern sich intensiver und überlegter mit ihrer komplexen Sprache auseinanderzusetzen war das Ziel des Projektes.
Hier konnte auch das Potential des Computers immer weiter ausgeschöpft werden. Kinder konnten Texte über die gesehenen Filme schreiben, Drehbücher verfassen, Szenenbilder aus den Filmen festhalten um sie zu kommentieren oder später selbst Filme drehen und zusammenschneiden.

Neben den PCs und Apple Computern die es damals schon an der Schule gab, wurden für das Projekt auch Videoschnitt-Geräte vom Typ Casablanca und ein Videoprojektor angeschafft.
Das Internet

Etwa zur selben Zeit als wir in Roeser anfingen mit Computern zu arbeiten ist auch das Internet unter den nicht Spezialisten bekannter geworden. Richtiger war es das sogenannte World Wide Web, also ein Netz von Computern welches Seiten mit Texten, Bildern und Links anbietet und die man in einem Programm namens Browser auf den eigenen Rechner herunterladen und darstellen kann. Eine weitere Funktion des Internet ist die Kommunikation über eMail. Hier gab es wieder eine neue Möglichkeit die man in der Schule einsetzen konnte.

Eine Reihe von kleinen Projekten versuchten die Möglichkeiten zu nutzen. Die Realität sah aber anders aus. So wurden zum Beispiel Schülerzeitungen mit französischen und italienischen Schulen zusammen herausgegeben, doch die Kommunikation über Internet blieb meist den Lehrern vorbehalten und Dokumente wurden nicht gemailt sondern über Fernzugriff auf Servern hinterlegt. Kommunikation zwischen Schülern, ob per Briefpost oder eMail, fand selten über einen längeren Zeitraum statt.

Eine erste Internet-Seite wurde vom Lehrer Paul Klein Ende der 90er zusammengestellt. Es dauerte dann noch bis November 2001 ehe die Roeser Schule mit einer innovativen Technologie eine Webseite einrichtete, die es allen Schülern und Lehrern erlauben sollte ganz autonom mit dem Medium Internet zu arbeiten.

Jos Kirps, ein ehemaliger Schüler der Crauthemer Schule und inzwischen Lehrer an der selbigen, programmierte in seiner Freizeit das OLEFA, ein sogenanntes Content und Information Management System, das es erlaubte complexe Internet Seiten aufzubauen, Benutzer zu verwalten und gemeinsam online zu arbeiten und Daten auszutauschen. Darin integriert war auch damals schon das online-Bibliothek-Verwaltungssystem.
Die Informatisierung der Bibliothek

Mit Unterstützung der Elternvereinigung wurde Mitte der 90er Jahre die Bibliothek in der Crauthemer Schule informatisiert. Die Elternvereinigung stiftete zu diesem Zweck einen Computer und half die Bücher aus der Crauthemer Bibliothek in eine Access Datenbank einzutragen.

Nachdem zwischendurch der Bibliothek-Computer bei einem Einbruch gestohlen worden war, wurde die Datenbank von Access auf Filemaker portiert und ab 2000-2001 in die Webtechnologie der neuen Internet-Seite integriert. Die Informatisierung der Bibliothek war auch ein erster Schritt den Computer zu Administrationszwecken in der Schule zu nutzen. Gleichzeitig trug die Neuorganisation der Bibliothek und die Veröffentlichung des Katalogs im Internet dazu bei, der Lesekultur in der Schule neuen Auftrieb zu geben.
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Die Vernetzung der Schule

Waren anfangs die Computer noch als Einzelplatzrechner ohne Verbindung zu einander in der Schule verteilt, wurde nach und nach daran gearbeitet die Einzelposten untereinander zu vernetzen.

Jeder der einmal viel mit seinen Schülern am Computer gearbeitet hat, weiß ein Lied davon zu singen, was es heißt aus vielen einzelnen Computern Texte der Schüler zusammen zu suchen und auf Diskette zu speichern, um eine Schülerzeitung zusammen zu stellen oder sie mit nach Hause zu nehmen um sie zu verbessern.

Die sprichwörtliche Benutzerfreundlichkeit von Apple Computern hat den Prozess der Vernetzung enorm beschleunigt. Ein erster Server auf dem jeder Benutzer seine Daten abspeichern und von jedem beliebigen Rechner wieder abrufen konnte war eine beachtliche Verbesserung für jeden, der intensiv mit Computer in der Klasse arbeitete.

Das Computernetzwerk wurde zusammen mit dem technischen Personal der Gemeinde über einige Jahre eingerichtet und ständig erweitert bis jeder Raum Zugang zum Netz bot. Mit Hilfe von Glasfaserkabeln wurden sogar verschiedene Gebäude untereinander verbunden.
QuickTake 100 von Apple Macintosh

image Die erste digitale Kamera in der Schule.
Videoschnitt und digitale Photographie

Bis heute ist die dominierende Computer-Andwendung die Textverarbeitung geblieben. Allerdings gewann das Schneiden von Filmen und das Verarbeiten von Fotos im pädagogischen Alltag zunehmend an Bedeutung. Die erste digitale Kamera die in Roeser angeschafft wurde war übrigens QuickTake 100.

Die Beteiligung an Projekten wie DECOLAP, DECOPRIM oder MIRA hat dazu beigetragen, dass ein schulübergreifender Austausch über den Einsatz medialer Möglichkeiten im Unterricht stattfinden konnte. Einige der Ideen die durch diese Projekte entstanden sind sogar in die Grundausbildung für angehende Lehrer eingeflossen.

Der Einsatz von Computern, nicht nur in der Arbeit mit den Kindern, sondern als Hilfsmittel zur Dokumentierung der eigenen pädagogischen Praxis hat über diese Projekte ein solides Fundament erhalten. Der Gebrauch von Videokameras und Schnittprogrammen setzten sich in diesesr Periode durch und sind seither fester Bestandteil der Grundausstattung von vielen Schulen geworden.

Regen Gebrauch davon wird jedenfalls in den Klassen der Früherziehung, des Kindergartens und der ersten beiden Jahre der Grundschule gemacht. In diesem Zusammenhang sollte nicht vergessen werden, dass oftmals der Nutzen von Computern gerade in diesen Klassen angezweifelt wird oder Anwendungen sich fast ausschließlich in den sogenannten Edutainment Bereich einordnen.
Wiki und Webbook

Mit dem neuen Webseiten-Konzept, der Wiki-Technologie und dem Webbook wurde wie schon gesagt ab 2001, also im Entstehungsjahr von Wikipedia, ein neuer Weg eingeschlagen.
Die Philosophie die damit umgesetzt werden sollte, bestand darin, dass von nun ab nicht nur einer als Webadministrator sich um die Gestaltung der Webseite kümmerte, sondern alle Lehrer und Schüler die Möglichkeit hätten sich daran zu beteiligen. Jede Klasse sollte aktiv mit Hand anlegen können und ihre Projekte, Texte und Bilder publizieren können.
Vor allem sollte jeder Schüler, ohne jedesmal auf den Lehrer oder einen sogenannten Webmaster angewiesen zu sein, Texte und Multimedia-Elemente im Internet publizieren können, und dies von jedem ans Internet angeschlossenen Rechner.

Bemerkt sei hier auch dass die Roeser Schule sicher die erste Primärschule in Luxemburg war, die neben der Wiki-Technologie auch Linux-Server einsetzte.
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Welche pädagogischen Entwicklungen sind noch zu erwarten?

Es sind noch viele Technologien auf dem Markt oder in Entwicklung, die noch eine wichtige Rolle im Bildungsbereich spielen werden. Dazu gehören alle die, welche noch mehr Autonomie und Mobilität erlauben und solche die es erlauben soziale Netze zu spinnen.

Es gibt aber auch Bedenken bei verschiedenen Technologien. Kaum noch jemand möchte auf sein mobiles Telefon verzichten. Allerdings ist kabellose Datenübertragung aus gesundheitlichen Gründen nicht unumstritten.

Jedenfalls haben Computer das Potential die pädagogische Praxis zu verändern, soweit sie in neue pädagogische Konzepte integriert werden können. Allerdings bestimmt die pädagogische Praxis auch die Organisation und die Auswahl der Technologien die in der Schule eingesetzt werden. Das Computerzimmer, das den klassischen Frontalunterricht wiederspiegelt ist ein Beispiel hierfür. Sogenannte Lernprogramme nach dem "drill and practice" Prinzip spiegeln das klassische Abarbeiten von Übungsaufgaben wieder. Neue Instrumente und Techniken werden also auch immer von einer dominierenden Schulkultur gefiltert und "passend" gemacht.

Gespannt sein kann man darauf, ob und wie soziale Netze, virtuelle Welten, Blogspheres, Feeds, online Video-Plattformen und so weiter die Bildungssysteme herausfordern werden und welche Widerstände möglichen Veränderungsprozessen entgegenwirken werden.

Aus dieser Perspektive lohnt es sich, die Entwicklung der Roeser Schule weiter zu verfolgen.
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